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🌱 Notiz · Selbstverortung · 5 Min.

Warum ich ein Buch über die Zukunft schreibe

Oh mein Gott — ich bin 50! Und das schon seit über 3 Monaten!!!

Ich fühle mich gar nicht so. Eher wie Anfang 20. Und trotzdem merke ich immer häufiger: Die Zeit ist schneller vergangen, als ich es mir je hätte vorstellen können. Meine Kinder sind inzwischen 12 und 16. Wie konnte das passieren?

Manchmal habe ich das Gefühl, ich habe nur kurz nicht hingesehen — und plötzlich ist die Welt eine andere.

Als ich zur Schule ging, fing alles gerade erst mit Computern an. Ich habe es von Anfang an geliebt. Mein erster Computer war ein C128D — für mich natürlich viel besser als ein C64 (warum verstehen nur Insider haha). Danach kam der Amiga. PCs habe ich lange skeptisch betrachtet, bis ich irgendwann selbst einen hatte.

Mein erstes Programm habe ich in Basic (auf dem C128D) geschrieben. Ich erinnere mich noch ziemlich genau daran: ein Bild von Donald Duck in einem Kindermalbuch, das man anhand von auszumalenden Kästchen im Sinne von „malen nach Zahlen“ erstellen konnte. Ich habe das als Pixel verstanden und dann jeden Punkt einzeln programmiert. Rückblickend völlig absurd — aber genau so hat es sich damals richtig angefühlt. Und es war tausend mal besser als Assembler!

Seitdem hat sich alles verändert.

Smartphones kamen, das Internet wurde selbstverständlich, Informationen wurden jederzeit verfügbar. Ich erinnere mich noch, wie ich Mitte der 0er Jahre im Zug saß und auf meinem Handy Nachrichten las. Damals war ich damit allein. Heute ist es auffällig, wenn man nicht auf sein Handy gafft.

Dann kamen die „Digital Natives“. Ich fand den Begriff immer etwas schräg. Mir schien eher, dass viele zwar Technik nutzen konnten, aber nicht unbedingt verstanden, wie sie funktioniert. Heute spricht niemand mehr groß davon. Stattdessen reden wir über Generation Z, Alpha und was noch alles kommt.

Und dann kam dieser ChatGPT-Moment.

Seitdem hört mein Kopf nicht mehr auf, sich damit zu beschäftigen, was wir mit KI machen und sie mit uns.

Ich finde das Gerede über exponentielles Wachstum oft übertrieben. Nicht alles verändert sich über Nacht. Nicht jede neue Technologie ist automatisch eine Revolution. Und trotzdem lässt mich eine Frage nicht los:

Wo geht das alles hin?

Nicht nur technisch. Nicht nur beruflich. Sondern als Gesellschaft. Als Familien. Als Menschen.

Es verändert sich so viel — und gleichzeitig bekommt man es im Alltag kaum bewusst mit. Man arbeitet, organisiert, zahlt Rechnungen, kümmert sich um Kinder, liest Nachrichten, versucht irgendwie Schritt zu halten. Und währenddessen verschieben sich im Hintergrund die Grundlagen.

Künstliche Intelligenz ist nicht mehr nur ein Tool für Nerds. Geopolitik wird wieder rauer. Die dominante Rolle der USA ist nicht mehr selbstverständlich. China, Indien und andere Machtzentren verändern die Weltordnung. Wirtschaftliche Sicherheit fühlt sich brüchiger an. Viele Menschen versuchen verständlicherweise, ihren Status quo zu bewahren: Sicherheit, Besitz, Stabilität.

Ich verstehe das sehr gut.

Aber ich frage mich auch: Reicht das?

Wenn Wandel einfach passiert — was bedeutet es dann, nur festzuhalten?

Anfang 2025 hatte ich eine einfache, aber starke Idee. Ich saß im Auto, und plötzlich war dieser Titel da:

Wollt ihr wirklich den totalen Wandel?

Provokant, ja. Vielleicht auch ein bisschen unbequem. Aber genau das hat mich beschäftigt.

Passiert Wandel einfach — oder gestalten wir ihn?
Wollen wir ihn überhaupt?
Und was bedeutet das konkret für jeden Einzelnen?

Ich habe angefangen zu schreiben. Nicht wissenschaftlich. Nicht perfekt. Nicht mit dem Anspruch, die eine Wahrheit zu besitzen. Sondern aus meiner eigenen Perspektive.

Das Buch soll keine akademische Analyse sein. Es ist auch keine Prognosemaschine. Es ist eine Sichtweise. Eine mögliche Zukunft, an der man sich reiben kann.

Für mich bedeutet Wandel nicht einfach: Es gibt neue Technik. Wandel bedeutet gesellschaftliche Veränderung, die durch Menschen entsteht und auf alle Ebenen zurückwirkt — von der Familie bis zur globalen Ordnung.

Handlung erzeugt Wirkung. Wirkung erzeugt Rückwirkung. Und irgendwann merkt man: Wir stehen nicht mehr am Rand einer Veränderung. Wir sind mittendrin.

Mich interessieren dabei vor allem drei Dinge:

  1. Anpassungsfähigkeit — Wie beweglich bleiben wir, wenn alte Sicherheiten verschwinden?
  2. Widerstände — Warum halten wir manchmal genau an dem fest, was uns später blockiert?
  3. Chancen und Risiken — Wo entsteht echte Möglichkeit, und wo reden wir uns nur etwas schön?

Mein Buch — und jetzt auch dieses Blog — ist mein Versuch, diese Fragen zu sortieren.

Ich will hier nicht lauter werden. Ich will nicht die nächste Empörungsmaschine füttern. Ich habe wenig Lust auf Kommentarhöllen, Rechthaberei und das tägliche Schauspiel, bei dem alle schon vorher wissen, dass die anderen falsch liegen.

Mich interessiert etwas anderes:

Ein ruhiger Denkraum.

Ein Ort, an dem man die großen Veränderungen unserer Zeit betrachten kann, ohne sofort in Panik, Zynismus oder Lagerdenken zu verfallen.

Das Buch folgt dabei einer einfachen Logik:

  • Ich zeige meine Sicht auf die Zukunft.
  • Du kannst dich dazu selbst einordnen.
  • Wir schauen gemeinsam auf die Gegenwart.
  • Und am Ende geht es darum, den eigenen Umgang mit Wandel zu entwickeln.

Nicht darum, mir zuzustimmen.

Sondern darum, eine eigene Haltung zu finden.

Wenn du dir ein bisschen Zeit nimmst — im Buch, im Blog oder vielleicht später im Newsletter — dann solltest du nicht einfach mehr Informationen haben. Davon haben wir alle schon genug.

Du solltest etwas anderes gewinnen:

  • mehr Klarheit über die wichtigsten Bereiche des Wandels,
  • eine bessere Einordnung deiner eigenen Position,
  • und eine konkretere Grundlage, um deine Zukunft nicht nur passiv zu erleben.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich dieses Buch schreibe.

Weil ich selbst verstehen will, was gerade passiert.

Weil ich nicht glaube, dass Wegschauen eine gute Strategie ist.

Und weil ich den Eindruck habe, dass viele Menschen dieselbe Frage spüren, auch wenn sie sie anders formulieren:

Was passiert gerade eigentlich mit unserer Welt?

Dieses Blog ist mein öffentlicher Versuch, darauf Antworten zu suchen.

Nicht endgültig. Nicht perfekt. Aber ehrlich. Und direkt.

Willkommen bei Der Totale Wandel.

Mach es dir bequem.

Und dann schauen wir gemeinsam, was auf uns zukommt.

7. Juni 2026
Sven-Carsten Strüver